Von der Not der HIV-infizierten Bluter überwältigt, wurde am 23.11.1990 der Verein „CAH e.V.“ gegründet.

Die Arbeit des CAH begann mit einer düsteren Prognose:

Wir hörten von allen Seiten Stimmen, wie z.B.
• „Sie werden keine bezahlbaren Räume für ein Büro für eine christliche AIDS-Arbeit finden“,
• „Sie werden bei dem derzeitigen absoluten Pflegenotstand keine Schwestern und Pfleger bekommen“,
• „Sie werden keine Spenden erhalten“.

Unser Nahziel war ein ambulantes Hospiz, ein ambulanter Pflegedienst, der Patienten in ihrem Zuhause betreut. Versorgung im Haushalt, Behördengänge und die psycho-soziale Betreuung von Patienten, ihrer Partner und ihrer Angehörigen gehören dazu.

1990 war die Verunsicherung der Bevölkerung im Umgang mit AIDS noch sehr groß. Durch viele Missverständnisse und Informationsdefizite wurden Patienten diskriminiert und waren in Gefahr, dem psychischen und sozialen Tod vor dem körperlichen zu erliegen.

Die schlechte Prognose war verständlich. Doch:

Ein Wunder geschah…

Räume wurden über einen Hausverwalter aus der Maria-Magdalena-Gemeinde (ehemals Lukas-Gemeinde) in Frankfurt zu einem erschwinglichen Preis angeboten. Danke!

Eine Kollekte der ACM – Tagung (Arbeitskreis christlicher Mediziner) im Februar 1991 deckte auf den Pfennig genau die erste Monatsmiete und die Kaution ab! Danke!

Stühle, Tische, Schränke, eine Lampe und ein Schreibtisch wurden uns von vielen Freunden geschenkt! Danke!
Zum 01.04.1991 stand ein kompetentes Team zum Einsatz bereit: Ein Krankenpfleger, eine Halbtags-Krankenschwester und eine Halbtags-Sekretärin. Danke!

Drei Tage vor Beginn der praktischen Arbeit erinnerte mich Frau Rozeik (geb. Kühborth, Gründungs- und langjähriges Vorstandsmitglied): „Wir haben keine Büromaterialien, keine Aktenordner, kein Papier – gar nichts für ein Büro!“
Stossgebete gingen zum Himmel! Am nächsten Tag erklärte sie strahlend: „Mein Kofferraum ist voll davon“.
Ein befreundetes Werk kam auf die Idee, uns damit zu helfen. Danke! Diese Erfahrungen und Gebetserhörungen könnten in der Geschichte des CAH wie eine Wunderperlenkette weiter aneinander gereiht werden.
Am 01.04.1991 begann die Arbeit zu 100 Prozent auf Spendenbasis!

Krisen und Gegenwinde

Wer sich einsetzt, setzt sich aus: Missverständnissen und Widerständen. So erging es auch dem CAH. Doch wer sich für Gottes Heilsplan einsetzt, in dem setzt sich auch Gottes Geduld, SEINE Kraft, Liebe und Barmherzigkeit durch!

Wachstum der Arbeit

Bald schon waren bei den Patienten/Klienten alle Risikogruppen vertreten. Ein eigenes CAH – Pflegekonzept und Pflegeleitbild wurde vom Pflegeteam erarbeitet.

Das Team selbst wurde durch eine Pflegedienstleitung erweitert und ergänzt durch weitere Mitarbeiter, wie zum Beispiel eine Sozialpädagogin, einen Verwaltungsleiter, durch AIP-ler, eine Ärztin, eine Theologin und Zivildienstleistende. In der Regel arbeiteten sechs bis acht Hauptamtliche im CAH. Daneben unterstützten viele Ehreamtliche mit hohem Einsatz die Arbeit des CAH. Sie alle verdienten es, hier dankbar und namentlich erwähnt zu werden. Ihr Einsatz bleibt unvergessen.

Neben dem Vorstand tragen die Mitglieder des Vereins und des Arbeitskreises die Verantwortung für die Arbeit in regelmäßigen Sitzungen. Weiterhin wurde ein Kuratorium berufen, dem Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und der Kirche angehören, die die Idee des CAH unterstützen. Bis heute wird der CAH zum großen Teil von Spenden eines Freundeskreises finanziert. Freundesbriefe, die über die Arbeit berichten, werden vierteljährlich an etwa 1700 Adressen verschickt.

Im Laufe der Jahre entwickelten sich neben der Pflege bald weitere Arbeitszweige, wie z.B. die Vortragstätigkeit zur AIDS-Prävention und Information in Schulen und Gemeinden; der Erstellung von Unterrichtshilfen über AIDS; die Randgruppenarbeit im Frankfurter Bahnhofsviertel unter Suchtmittelabhängigen, Prostituierten und Wohnsitzlosen; „regelmäßige Bahnhofssprechstunden“ mit Frühstück und geistlichem Input; telefonische Beratung; betreutes Einzelwohnen; regelmäßiger Besuchsdienst in einem Wohnheim für Drogenabhängige, einem AIDS-Hospiz, in Krankenhäusern und manches andere mehr.

Der CAH ist Mitglied der Diakonie Hessen. Spendenprüfzertifikate der Deutschen Evangelischen Allianz werden regelmäßig beantragt und erteilt. Bei den Kostenträgern ist die Arbeit anerkannt.

Seit dem Jahre 1997 finden regelmäßig Symposien im November statt, zu denen Freunde und Interessierte herzlich eingeladen werden. Die Vortragsthemen sind vielschichtig und greifen interessante und aktuelle Themen auf, wie z.B. ‚Vom Umgang mit Leid’; „Vorsicht Suchtgefahr“ u.v.m.

Unser treues engagiertes CAH-Team besteht derzeit aus drei Krankenschwestern (eine davon als Pflegedienstleitung), einem Krankenpfleger, einer Sozialpädagogin und drei Aushilfskräften für die Hauswirtschaft. Auch die Verwaltungsarbeit und die Öffentlichkeitsarbeit liegen in bewährten Händen und werden von Honorarkräften übernommen. Ohne treue und engagierte ehrenamtliche Mitarbeiter wäre die vielfältige Arbeit nicht zu schaffen.

Dankbar sind wir auch für Praktikantinnen, die immer wieder die Arbeit unterstützen.

Das Krankheitsbild AIDS hat sich in den letzten 20 Jahren gewandelt. Aus einer akuten Erkrankung wurde eine chronische Krankheit, die behandelbar aber leider noch nicht heilbar ist.

Der CAH hat sich jeweils auf diese Entwicklung eingestellt und sieht seine Aufgabe weiterhin darin, Patienten und deren Bezugspersonen/Angehörige zu begleiten, zu betreuen und zu pflegen. Weiterhin gehört dazu auch die vielfältige Randgruppenarbeit am Frankfurter Bahnhof, das Betreute Wohnen, Beratung und Aufklärung zu HIV und AIDS, Informationsveranstaltungen in Schulen u. Kirchengemeinden und vieles andere.

Dank:

Staunend und dankbar blicken wir in den vergangenen 20 Jahren auf die Entwicklung des CAH zurück. Wir sind überrascht über die Vielfalt der Früchte, die unser HERR im CAH hat reifen lassen. ER hat die Arbeit ins Leben gerufen und ER hat Früchte daraus entstehen lassen. Besonders dankbar sind wir auch für die regelmäßigen finanziellen Spenden, die den Dienst des CAH erst ermöglichen – für uns nach wie vor ein großes Wunder!

Ausblick im Vertrauen

Wir hoffen, dass der CAH noch lange vielen Menschen durch seine mit Gottvertrauen kombinierte Professionalität zum Segen wird. So beten wir, dass es den CAH noch lange gibt, dass er kerngesund, quicklebendig und fröhlich bleibt und stets ein offenes Herz für Menschen mit unterschiedlichsten Nöten in unterschiedlichen Lebenssituationen behält.

„Denn Gott will, dass allen Menschen geholfen wird.“ (1. Timotheus 2,4)